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Metabolic Balance: Weniger Pfunde ohne Diätfrust

Im Frühjahr sprießen sie wie Pilze aus dem Boden: neue Diäten. Ihre Erfolge verblühen oft so schnell wie Anemonen und Narzissen. Dr. Wolf Funfack, Arzt für innere Medizin und Ernährungsmediziner, hat gemeinsam mit übergewichtigen Patienten 16 Jahre Erfahrung mit Diätanweisungen gesammelt, die letztlich keine anhaltende Gewichtsreduktion bescherten. Vor vier Jahren entwickelte der engagierte Mediziner dann ein erfolgreiches Programm, das nicht nur weniger Pfunde, sondern auch mehr Lebensfreude verspricht. Nail&Body hat Dr. Funfack nach Einzelheiten befragt.

Nail&Body: Was ist das Besondere an Ihrem Diätprogramm?

Wolf Funfack: Eigentlich handelt es sich bei diesem Programm mit dem Namen Metabolic Balance nicht um eine Diät im herkömmlichen Sinn, sondern um eine Lebensweise. Dieses Stoffwechselprogramm versorgt den Körper mit den Grundnährstoffen, die für eine ausgewogene Biochemie im Organismus erforderlich sind. [w1]Stoffwechselhormone werden dann wieder in einer ausgewogenen Menge produziert und es kommt zu Verbesserungen bei vielen stoffwechselbedingten Krankheiten. Wenn der Stoffwechsel wieder funktioniert, kommt es ganz automatisch zu einer bleibenden Gewichtsabnahme. Außerdem führt Metabolic Balance zu einem veränderten Körperbewusstsein.

Nail&Body: So sehr neu klingt das aber nicht.

Wolf Funfack: Neu daran ist, dass es kein einheitliches Programm für alle gibt. Alle Übergewichtigen haben das gleiche Ziel: abnehmen! Aber um zu einem Ziel zu gelangen, reicht es nicht, das Ziel fest im Auge zu behalten. Damit man den richtigen Weg findet, muss man auch den Ausgangspunkt kennen. Denn Essgelüste und -bedürfnisse sind individuell. Weil sie so persönlich wie der Fingerabdruck sind, gehören sie zur Konstitution eines Menschen dazu. Um dazu das passende Gewicht zu finden und zu halten, ist ein Programm nötig, das die Individualität eines Menschen mit den Lebensmitteln verknüpft, die zur spezifischen biochemischen Struktur seines Organismus passen. Der Unterschied unserer Methode zu anderen liegt also in einem Ernährungsplan, der auf die persönlichen Daten zugeschnitten wird. Alle anderen Diäten berichten von Lebensmitteln und Rezepten, mit denen man abnehmen kann. Die einen nehmen damit schnell ab, andere langsam, manche gar nicht. Metabolic Balance zeigt jedem Klienten in Anlehnung an seine persönlichen Angaben und seine Laborwerte seinen Ausgangspunkt und berechnet die Nahrungsmittel, die für ihn wichtig sind.

Wer mit Metabolic Balance beginnen möchte, wird deshalb zunächst nach der bisherigen Krankengeschichte gefragt und es werden Laborwerte gemessen, um den Stoffwechsel kennen zu lernen. Das Programm ruht auf drei Säulen: Ernährung, Bewegung, seelische Ausgeglichenheit.

Nail&Body: Wird das Programm ärztlich betreut?

Wolf Funfack: Nicht nur Ärzte bieten dieses umfassende Programm an, sondern auch Heilpraktiker und Ernährungsberater sowie andere speziell ausgebildete Betreuer. In Gruppen- oder Einzelsitzungen werden zu Beginn die theoretischen Grundlagen vermittelt und es wird auf alle Fragen zu den Themen Ernährung, Bewegung und seelische Verfassung eingegangen. Nach zwei Vorbereitungstagen mit Entschlackung und Darmreinigung beginnt eine strenge Phase der Stoffwechsel-Umstellung. Vor allem in dieser Phase tut den Klienten die fachliche Begleitung gut. Danach geht es in die gelockerte Phase, in der man lernt, die gesunde Kost zu genießen. Wichtig ist beispielsweise, möglichst unverarbeitete, natürliche Lebensmittel zu verwenden.

Nail&Body: Fertiggerichte und Fast Food sind also out?

Wolf Funfack: Convenience-Produkte enthalten sehr häufig Zucker - und den wollen wir in unserer Metabolic-Balance-Kost nicht haben. Zucker und alle einfachen Kohlenhydrate wie sie beispielsweise in Weißmehl enthalten sind, locken Insulin hervor. Insulin hemmt nicht nur den Fettabbau, es füttert sogar die Fettzellen. Außerdem sollte man wissen, dass industriell gefertigte Nahrungsmittel nicht selten Zusatzstoffe enthalten, die ähnlich wie Glückshormone wirken und deshalb ein gewisses Suchtpotenzial in sich tragen. Ich kann hier keine Namen nennen, aber da nur deklariert werden muss, was mehr als drei Prozent am Gesamtprodukt ausmacht, sind solche Zusatzstoffe auch vor dem Zugriff des Lebensmittelgesetzes sicher.

Nail&Body: Was raten Sie Frustessern, die in Stresssituationen an kein Diätprogramm mehr denken, sondern einfach eine Tafel Schokolade oder eine Schachtel Kekse brauchen?

Wolf Funfack: Manchen Frustessern hilft Metabolic Balance, weil dieser Ernährungsplan Heißhungerattacken aufgrund von massiver Unterzuckerung verhindert. Der gesündeste Appetitzügler ist eine Scheibe Roggenvollkornbrot. Roggen macht lang anhaltend satt, weil er den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen lässt und ihn lange im Bereich der Sättigung häl. Wenn aber jemand aus wirklicher seelischer Not essen muss, weil er keine anderen Kompensationsmöglichkeiten hat, wird man ihm sicher dazu raten, gemeinsam mit einem Psychologen nachzusehen, welchen tieferen Grund der immer wieder anfallartig auftretende "Hunger" hat. Eines kann auch Metabolic Balance niemandem abnehmen: die Verantwortung für sich selbst. Es sind unsere eigenen Lebensdaten, die bei Metabolic Balance mit den für uns verträglichen Lebensmitteln verknüpft werden. Die bescheren uns gesunde Essenslust und lassen uns schlank sein - ganz so, wie es unser Bauplan vorgesehen hat.

Nail&Body: Metabolic Balance verhilft zu dem Gewicht, das dem persönlichen "Bauplan" entspricht. Bedeutet das, dass viele von uns von ihrem Wunschgewicht Abschied nehmen sollten?

Wolf Funfack: Man weiß heute: Etwa 30 Prozent aller Magersüchtigen haben diese Essstörung nach einer Diät entwickelt. Sie konnten dann nicht mehr aufhören. Wir haben über 40.000 Leute mit Metabolic Balance behandelt und keinen einzigen Fall von Magersucht dabei gehabt. Natürlich haben wir auch Klienten mit Modelmaßen und entsprechenden Bestrebungen. Die sind beispielsweise 170 Zentimeter groß, 58 Kilogramm schwer und wollen auf 50 Kilo kommen. Auch solchen Leuten erstellen wir ein Programm, aber die Betreffenden nehmen in der Regel nichts ab, auch wenn sie alles richtig machen. Ihr Stoffwechsel war also bereits ausgeglichen, der Körper hat sich gewissermaßen gegen eine Störung gewehrt. Es hat sogar darunter Personen gegeben, die mit Metabolic Balance zugenommen haben. Hier zeigte sich, dass Überschlanke gleichsam mit Gewalt ein Gewicht gehalten haben, das ihr Organismus nicht wollte.

Nail&Body: Nun sagen Sie aber: Wer nicht abnimmt, isst nicht das, was er braucht. Wie passt das zusammen?

Wolf Funfack: Ich spreche hier nur von Übergewichtigen, die ihren Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht gebracht haben.

Nail&Body: Im Blut vieler der Übergewichtigen, die Ihren Rat suchten, haben Sie Hinweise gefunden, dass sich bereits ein Diabetes Typ II anbahnt. Woran haben Sie das erkannt?

Wolf Funfack: Ein Signalwert ist der für die Triglyzeride, auch Neutralfette genannt. Der sollte unter 175mg/dl liegen. Wenn er über 240 ist, dann besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass der betreffende Patient eine Insulinresistenz hat. Denn Insulin baut die Glukose, die nicht in die Zellen gelangt, in Fett um. Es entstehen vorwiegend Triglyceride und LDL-Cholesterin, also das ungünstige Cholesterin.

Was versteht man unter einer Insulinresistenz? Warum lässt Insulin schneller altern? Was kostet Metabolic Balance? Antworten auf diese Fragen lesen Sie in unserem Interview ab Seite 46.


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